América Latina y Europa: Lugares, Memorias, Identidades

(1.9)

SpracheSpanisch
Leistungspunkte4 ECTS-Credits
Maximale Teilnehmerzahl18

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Zielgruppe

Spanisch sprechende Studierende, Grund- bzw. Bachelorstudium und interdisziplinär. Unsere kulturwissenschaftliche Methodologie erfordert keine spezifischen Kenntnisse.

Kursinhalt

In diesem Kurs, der auf Spanisch abgehalten wird, lernen wir, inwiefern Orte und Erinnerungen im Zeitalter der Globalisierung zur Entstehung bestimmter Identitäten in Lateinamerika und Europa führen. Dieser Kurs stellt Europa und Lateinamerika in den Mittelpunkt der Recherchen, und zwar aufgrund der jüngsten Geschichte – Krieg und Diktatur; Demokratie und Trauer sowie “Genesung” in beiden Regionen. Beide Regionen haben Ort, Erinnerung und Identität ins Zentrum ihrer “Genesung” gerückt.

Wir nutzen eine kulturwissenschaftliche Methodologie, um zu analysieren, inwiefern Orte, Erinnerungen und Identitäten miteinander in Verbindung stehen. Dies bedeutet, dass wir ein besonderes Augenmerk auf die Komplexität und den Zusammenhang von Bedeutungen und Wissen legen werden. In anderen Worten ausgedrückt, es gibt keine direkten Kausalzusammenhänge zwischen Orten, Erinnerungen und Identitäten; zugleich hängt die Bedeutung von Dingen und das, was als Wissen betrachtet wird von der Gesellschaft ab. Die Bedeutung einer sozialen Realität entsteht immer im Zuge eines andauernden Prozesses; sie ist konstruiert, niemals einfach immanent.

Unter Berücksichtigung dieser Komplikationen handelt es sich bei den folgenden um unsere Kernfragen: Was genau sind Orte der Erinnerung? Welche Erinnerungen werden gefördert oder ins Gedächtnis zurückgerufen (oder vergessen)? Welche Identitäten werden durch diese Orte und Erinnerungen unterstützt (oder nicht)? Um was handelt es sich unserem Verständnis nach bei Nationen und nationaler Identität und wie müssen wir dies eventuell ändern? Inwiefern unterscheidet sich unser heutiges Verständnis von dem in der Vergangenheit?

Wir werden den Fokus auf konkrete Standorte in Berlin legen (Exkursionen), fotografische Darstellungen von Regionen in Lateinamerika sowie Drehorte (Spielfilme). Diese Themenschwerpunkte ermöglichen es uns, das Thema der Identitätskonstruktion und seine Beziehung zu gesellschaftlichem Handeln zu untersuchen, wobei solches Handeln als Handeln mit Vorsatz oder mit Bedacht verstanden wird und stark davon abhängt inwieweit wir verstehen, wer wir sind.

Nach Abschluss dieses Kurses werden die Teilnehmenden dazu in der Lage sein, zu formulieren, inwiefern die Konstruktion der lateinamerikanischen und europäischen Identitäten mit Orten und Erinnerungen in Verbindung steht. Aus diesem Grund werden sie außerdem die Kompetenz erlangen, ausführlich über den Zusammenhang zwischen historischen, kulturellen und sozialen Phänomenen von Identität zu berichten.

Exkursionen:

  • Holocaust-Mahnmal (Denkmal für die ermordeten Juden Europas)
  • Berliner Mauer
  • Berliner Siegessäule
  • Einkaufszentrum: Potsdamer Platz Arkaden

Die ersten drei Exkursionen sind darauf ausgelegt, den Studierenden gezielt eine Auseinandersetzung mit Orten der Erinnerung zu bieten und um ausführliche Überlegungen und Debatten zu eben jenen Orten und den Erinnerungen oder des zur Verfügung gestellten Wissens zu fördern sowie letztendlich über die möglichen Identitätskonstruktionen. Die Exkursion ins Einkaufszentrum soll Studierenden bewusst eine Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit Orten bieten, die als indifferent gegenüber des Erinnerns betrachtet werden könnten, und sie dennoch dazu anregen eben jene Orte in Hinblick auf Erinnerung und Identitätskonstruktion zu analysieren. Die Studierenden sollten einen Notizblock (oder ein Smartphone) zur Hand haben, um während dieser Exkursionen selbstständig ethnografische Aufzeichnungen zu machen. Es können auch Fotos gemacht werden. Von jedem Studierenden werden in der nächsten Sitzung ein bis zwei Fotos gezeigt.

Filme:

  1. Das Leben der Anderen. 2006. Regie: Florian Henckel von Donnersmarck. DEUTSCHLAND
  2. No. 2012. Regie: Pablo Larraín. CHILE
  3. Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück. 2015. Regie: Florian Gallenberger. DEUTSCHLAND

Die Filmauswahl wird kuratiert, um Aufschluss über Darstellungen von Ort (und Zeit) zu geben, die wiederum darauf ausgerichtet sind, bestimmte Erinnerungen zur Verfügung zu stellen. Ihre lokalen Ursprünge sollen dadurch mit Ausnahme der globalen Verbreitung hervorgehoben werden. Außerdem widmen wir uns der Fragestellung, inwiefern sie eine Identitätskonstruktion ermöglichen oder verhindern.

Voraussetzungen

Mindestens Kompetenzstufe B2 (obere Mittelstufe) der spanischen Sprache.

Seminaranforderungen

Pünktlichkeit, Teilnahme an allen Sitzungen, aktive Teilnahme (keine Geräte); eine 15-minütige Präsentation; Abschlussklausur.

Bewertung:

  • Aktive Teilnahme: 30%;
  • Präsentation: 35%;
  • schriftliche Abschlussprüfung: 35%.

Literaturliste

Ein Kurs-Reader wird in der ersten Sitzung zur Verfügung gestellt.