1.10 Berlin and the Digital Music Era - abgesagt

Dozent: Kim Feser
Kurssprache:
Englisch
Art des Kurses:
Fachkurs
Kontaktstunden:
48 (6 pro Tag)
Kurstage
: siehe Kursplan
ECTS-Credits
: 4
Kursgebühren:
1.100 €
  • Syllabus (Druckversion in PDF mit Kursplan)

Kursinhalt

Berlin ist in vielfacher Hinsicht ein Zentrum gegenwärtiger elektronischer Musik. Grundlegend dafür ist der enge Zusammenhang von technologischen und ästhetischen Entwicklungen. So sind Clubs wie das Berghain weltweit anerkannt für ihre Soundsysteme, die besondere Klangerfahrungen möglich machen und zu nächtelangem Tanzen und Feiern anspornen. In Berlin ansässige Firmen wie Ableton und Native Instruments sind mit ihrer Musik-Software insbesondere im Kontext von Techno, Elektronika und Electronic Dance Music weltweit führend. Viele DJs und Musiker*innen vermarkten sich selbst bzw. ihre Tracks über Blogs und Streaming-Dienste. Insbesondere im Kontext von Klangkunst (Sound Art) gibt es starke Korrespondenzen zur Medienkunst.

Aufgrund der bei derartigen Phänomenen zentralen „digitalen“ Aspekte wird oftmals von einer „Digitalen Ära“ gesprochen, in der Berlin im Bereich der Musik eine besondere Rolle spiele. Es sind jedoch auch weiterhin „analoge“ Phänomene präsent und nehmen auch zu, so dass zugleich über den Beginn einer „post-digitalen Ära“ debattiert wird. Dies korrespondiert mit einem zunehmenden Fokus nicht nur auf die virtuelle, sondern auch auf die haptische Dimension. Unter anderem gibt es in den letzten Jahren ein starkes Bemühen von Software-Firmen, für ihre Computer-Programme eigene Hardware-Controller zu entwickeln, um die musikalischen Prozesse besser manuell gestalten zu können.

Anhand derartiger Phänomene wird im Kurs das Verhältnis von ästhetischen Tendenzen und technologischen Entwicklungen diskutiert. Im Fokus stehen dabei die kulturellen und ökonomischen Bedingungen in Berlin. Besonderes Augenmerk gilt der Geschichte und Gegenwart von Techno, (experimenteller) Elektronika und Electronic Dance Music. Inwiefern ist Berlin ein Anziehungspunkt nicht nur für erlebnishungrige Club-Besucher*innen, sondern auch für DJs, Musiker*innen, Produzent*innen und Entwickler*innen? Wie hängt dies mit der jüngeren Vergangenheit Berlins seit dem Fall der Mauer zusammen, insbesondere auch mit Prozessen der Gentrifizierung? Inwiefern ist die kreative Szene Berlins zugleich international vernetzt und sind ihre Bedingungen somit nur im globalen Zusammenhang zu begreifen?

Über die Berlin-Perspektive hinaus werden im Kurs die gegenwärtigen Bedingungen der Produktion und Konsumtion sowie von Performance und Vertrieb von Musik untersucht. Wie wirken sich etwa legales/illegales File-Sharing und Streaming-Dienste auf das Musik-Hören aus? Was verändert sich in der Musikkultur durch Sampling, Remix, Mashup und Ansätze von interaktiver Musik in Videospielen? Welche gegenläufigen Tendenzen existieren?

Neben der gemeinsamen Diskussion von Texten und Film-Ausschnitten bietet sich bei Exkursionen auch die Gelegenheit zum Austausch mit ausgewiesenen Expert*innen zu den Themenfeldern des Kurses.    

Am Kurs-Ende können die Teilnehmer*innen ein selbstgewähltes Thema im Rahmen der allgemeinen Kurs-Thematik erarbeiten und präsentieren (allein oder in einer Gruppe).

Zielgruppe

Dieser Kurs richtet sich an Studierende aller Fachrichtungen. Es sind keine Vorkenntnisse im Bereich Musik und Technologie notwendig. Lernziel des Kurses ist es, ein genaueres Verständnis für das Verhältnis von ästhetischen, sozialen und technischen Entwicklungen hinsichtlich des Themas „Berlin and the Digital Music Era“ zu entwickeln. Dabei werden auch die Bedingungen der aktuellen Produktionsweisen elektronischer Musik untersucht, nicht unterrichtet wird aber das konkrete Programmieren bzw. Komponieren von Musik.

Voraussetzungen

Keine

Seminaranforderungen

  • Aktive Teilnahme
  • Kurszeiten und Exkursionen
  • Referat mit Handout
  • Kurspräsentation

Bewertung

  • Aktive Mitarbeit: 40%
  • Referat zu einem Text (Vortrag mit Handout): 25%
  • Präsentation eines selbstgewählten Themas am Kursende mit schriftlicher Zusammenfassung: 35%

Literatur

Die Literatur wird in einem Reader bei der Einführungsveranstaltung zur Verfügung gestellt.