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Term 1: Film as Collaborative Art
(Kurs # 1.7)
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Typ: |
B-Track |
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Dozent(en): |
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Sprache: |
Englisch |
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Veranstaltungsumfang: |
48 Kontaktstunden |
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Bonuspunkte: |
4 credit points |
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Anzahl Plätze: |
18 |
Unterlagen
Inhalt
Trotz der international anerkannten Gültigkeit der Autorentheorie (politique des auteurs/auteurism) ist der Film wie kaum eine andere künstlerische Aktivität Resultat einer Vielzahl unterschiedlicher Talente, Fähigkeiten und Spezialbegabungen, die nur im gelungenen Zusammenspiel zu sich selbst finden. Der große deutsche Filmproduzent und damalige Chef der UFA, Erich Pommer, hat das bereits in den zwanziger Jahren deutlich formuliert: „Die Filmherstellung fußte immer auf Kollektivismus, auf bunter Vielfalt von Komponenten, die aus entgegen gesetzten Richtungen zusammenströmen.“
Die Journalisten, Historiker und Theoretiker, die dem Auteurism in den 1950er und 1960er Jahren das Wort redeten, erschraken indes selbst, wie schnell das, was sie als ästhetischen Kampfbegriff in die Diskussion warfen, zum Gemeinplatz verkam. Die Formulierung „Ein Film von…“ wurde selbstverständlich und taugt inzwischen eigentlich nur noch dazu, ein bisschen Übersichtlichkeit in der überbordenden Weltfilmproduktion vorzugaukeln. Der Regisseur erscheint als die unzweifelhafte Star-Instanz hinter der Kamera.
In solcher Anschauungs- und Denkweise erscheint die bunte Vielfalt von Komponenten, von der Erich Pommer sprach, fast restlos verschwunden. Dem selektiven Blick, der nur nach thematischen und stilistischen Vorlieben eines Regisseurs sucht, entgeht oft der Reichtum eines Films: die Präzision einer Schnittfolge, die Stimmigkeit eines Dekors oder die Ausdruckskraft einer Melodie. Den Blick zu erweitern, ihn für diese verschiedenen Facetten zu sensibilisieren, wäre Ziel eines Umgangs mit Film als kollaborativer Kunst.
Während des Kurses werden die Studierenden auf der Basis gemeinsamer Sichtungen, Gruppendiskussionen und individueller Lektüre verschiedene Referate erarbeiten. Anhand konkreter Beispiele – sowohl historischer Art (z.B. Filme aus der Zeit der Nouvelle Vague vs. Filme aus der Zeit des klassischen Hollywood-Studio-Systems) als auch des zeitgenössischen Kinos (z.B. TROPICAL MALADY, BABEL, I’M NOT THERE) – wollen wir uns vergegenwärtigen, wie audiovisuelle Werke sich als Ergebnis hochgradig arbeitsteiliger und kalkulierter Produktionsprozesse darstellen, die indes trotzdem noch eines ‚alchimistischen’ Extras bedürfen, damit ein Film mehr darstellt als die Summe seiner vielen Einzelteile.
Im Verlauf des Kurses werden wir einige in Berlin ansässige Film-Institutionen und unternehmen besuchen. Außerdem besteht die Möglichkeit, ganz aus der Nähe die Entstehung der nächsten Ausstellung des Film- und Fernsehmuseums (beginnend im Februar 2010) zu beobachten und die Kuratoren zu befragen. Desweiteren bieten wir den Teilnehmern die Gelegenheit, an einigen ausgewählten Pressevorführungen von Filmen aus dem Programm der Berlinale teilzunehmen (dies bezieht sich auf die Sektionen „Internationales Forum des jungen Films“, „Panorama“, „Perspektive Deutsches Kino“ und „Retrospektive“).
Da der Kurs im unmittelbaren Vorfeld des größten deutschen Kinoereignisses, der Internationalen Filmfestspiele Berlin 2010, stattfindet, bietet er neben den unmittelbaren Lehrinhalten auch eine fundierte Vorbereitung, Sensibilisierung und vor allem Blick-Erweiterung, um aus dem alljährlichen cineastischen Festmahl, das die Berlinale darstellt, einen größeren und nachhaltigeren Gewinn zu ziehen, d.h. Filme mit anderen Augen zu sehen.
Seminaranforderungen
Bereitschaft zu detaillierter, d.h. auch geduldiger Betrachtung und Analyse von Filmen unterschiedlichster Provenienz.
Bewertung
Regelmäßige und aktive Teilnahme (30%),
Präsentation oder Referat zu einem Teilthema aus dem Seminarzusammenhang (40%),
schriftliche Abschlussprüfung (30%).
Zielgruppe
Studierende mit Interesse an vorurteilsfreier Filmlektüre und Blickschulung. Auf dem Feld, das im Seminar bestellt werden soll, findet sich ganz Altes neben sehr Neuem. Als Arbeitshypothese soll gelten, dass sich aus absolut populären Projekten u.U. gleicher Gewinn ziehen lässt wie aus extrem marginalen Unternehmungen.
Voraussetzungen
Grundkenntnisse über das Funktionieren einer Filmproduktion. Grundkenntnisse in Filmgeschichte. Grundkenntnisse über filmwissenschaftliche Methoden.
Literatur
Ein Kursreader wird zur Verfügung gestellt.
Optionale Literatur zur Vorbereitung (Auswahl):
Donald Chase: Filmmaking – the collaborative art. Boston 1975.
Michel Chion: Le cinéma et ses métiers. Paris 1990.
John Hill/Pamela Church Gibson: The Oxford Guide to film studies. Oxford 1998.
Roy Paul Madsen: Working cinema. Learning from the masters. Belmont 1990.
Linda Seger/Edward Jay Whetmore: From script to screen. The collaborative art of filmmaking. Hollywood 2004.
Alison Smith: "The other auteurs. Producers, Cinematographers, Scriptwriters." In: The French Cinema Book. Edited by Michael Temple and Michael Witt. London 2004.
