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FUBiS Term II: Berlin - A Tale of More than Just Two Cities

(Kurs # 2.17)

Typ:

B Track

Dozent(en):

Dr. Erol M. Boran

Sprache:

Englisch

Veranstaltungsumfang:

72 (6 Kontaktstunden pro Tag)

Bonuspunkte:

6 Credit Points

Anzahl Plätze:

18

Unterlagen

Inhalt

Berlins Anfänge sind zwiespältig. Aus den beiden Siedlungen an der Spree erwuchs über die Jahrhunderte Deutschlands Hauptstadt und eine der lebendigsten und faszinierendsten europäischen Metropolen. Nach dem Zweiten Weltkrieg freilich erlebte Berlin eine erneute Verdopplung, die bald darauf durch den Bau einer Mauer noch weiter 'zementiert' wurde - eine Spaltung, die selbst nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung in vielen Köpfen weiter nachhallt. Doch obgleich Teilung und Dopplung durchgehende Themen der Berliner Geschichte darstellen, war die deutsche Hauptstadt stets mehr als lediglich zwei Städte - und das gilt gerade auch für das heutige wiedervereinigte Berlin.

Eine Gruppe, die das Berliner Stadtbild verändert und nachhaltig geprägt hat, sind die türkischen Arbeitsmigranten, die ab den 1960er Jahren in ein sich rapide wandelndes geschichtliches und politisches Umfeld einzogen. Und in den 1990er Jahren waren es Aussiedler und Juden aus den ehemaligen russischen Gebieten, die es in großen Zahlen in das frischverschmolzene Berlin zog; mit ihrer Ankunft begann nicht nur ein neuer Abschnitt in der Geschichte Berlins, sondern sie bedeutete auch eine neuerliche Konfrontation mit Deutschlands problematischer Vergangenheit. Berlin präsentiert sich zwanzig Jahre nach dem Mauerfall als ein regelrechter Flickenteppich - architektonisch ebenso wie kulturell. Zeitliche und räumliche Grenzen werden überwunden, Trennlinien verschwimmen und Multikultur ist längst zum Berliner Alltag geworden.

Nirgendwo wird dies deutlicher als in Kreuzberg (das wiederum selbst in zwei Distrikte unterteilt ist), einer der ethnisch vielfältigsten Gebiete Berlins. Während des Kalten Krieges auf drei Seiten von der Mauer umschlossen, wurde es zur Insel inmitten der Insel West-Berlin. In seiner verdoppelten Abgeschiedenheit zog Kreuzberg verschiedenste Gruppen von Alternativen bis zu Arbeitsmigranten an und eröffnete - im Wechselspiel von radikaler Freiheit und chronischer Klaustrophobie (R. Mandel) - Freiräume, die es seinen Bewohnern ermöglichte, west-deutsche Befindlichkeiten hinter sich zu lassen und sozialpolitisch wie künstlerisch in neue Bereiche vorzustoßen. Nach dem Mauerfall war die zwischenzeitliche Peripherie plötzlich wieder im Mittelpunkt und zog damit Kapitalanleger an, was zunehmend zu einer Gentrifizierung Kreuzbergs führte.

Unser Kurs beschäftigt sich mit dieser Vielseitigkeit Berlins in Literatur, in Film und Theater, in den Medien und auch 'im richtigen Leben'. Wir lesen Texte zu diesen spannenden Themen, sehen und besprechen Filme und gehen immer wieder auch auf Forschungsreisen direkt vor Ort. Zur Verfügung stehen Materialien in englischer Übersetzung aus den Bereichen Literatur, Film, Geschichte, Autobiografie, Soziologie und Journalismus. Zusätzlich beinhaltet der Kurs vorbereitete Exkursionen zu historischen und (multi)kulturellen Stätten in und um Berlin (z.B. dem Jüdischen Museum, der neuen Synagoge und dem Türkischen Markt) und wahlweise auch zu Theateraufführungen und anderen kulturellen Veranstaltungen (wie etwa türkisch-deutschem Theater, politischem Kabarett und Comedy, sowie der Russendisko).

Seminaranforderungen

Die Klasse trifft sich zweimal pro Woche zu drei je 90-minütigen Sitzungen. Die beiden Sitzungen am Morgen beinhalten in der Regel Vorträge zu historischen und kulturellen Themen, sowie Diskussionen vorbereiteter Texte und Gruppenarbeiten. Häufig werden Texte durch Filmausschnitte ergänzt. Nachmittagssitzungen führen uns verschiedentlich an historische und kulturelle Stätten. Wir nehmen an Führungen teil, die in direktem Bezug zu den Kursthemen stehen, und treffen uns mit türkisch-deutschen Kulturschaffenden. Nach Absprache mit den Kursteilnehmern können ein oder zwei Nachmittagssitzungen auf den Abend verschoben werden, um kulturelle Veranstaltungen zu besuchen (falls diese auf Englisch angeboten werden).

Bewertung

30% Vorbereitung & aktive Kursteilnahme
30% Kursprojekt und Präsentation
40% Abschlusstest

Zielgruppe

Dieser Kurs wendet sich an kulturell neugierige Studierende, die lebhafte Diskussionen im Klassenzimmer ebenso zu schätzen wissen wie aktive Erkundungen in der Stadt. Im Unterricht konzentrieren wir uns auf die Analyse und Besprechung von Texten und Filmmaterialien - ein Vorwissen in diesen Bereichen wird nicht vorausgesetzt. Wir möchten interessierte Teilnehmer aus allen Bereichen ansprechen; besonders profitieren könnten Studierende mit einem Hintergrund in Literaturwissenschaft, Theater- und Filmstudien, Soziologie und Minority Studies.

Voraussetzungen

Keine

Literatur

Ein Kursreader mit allen Texten, die wir im Kurs besprechen werden, wird zur Verfügung gestellt. Darin finden sich vor allem literarische Texte (von Autoren wie David Bergelson, Christopher Isherwood, Jurek Becker, Peter Schneider, Emine Sevgi Özdamar, Zafer Senocak, May Ayim und Wladimir Kaminer), daneben aber auch historische und theoretische Texte. Verschiedene DVDs können im FUBiS-Buero ausgeliehen werden.

Empfehlenswerte Kurskombinationen


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Stand: 30.11.2009

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